Das Pflichtteilsrecht für Kinder und Enkel
Wie Kinder und Enkel einen Pflichtteil geltend machen können

Pflichtteil Kinder und Enkel

§ 2303 BGB bestimmt, wer zum Kreis der so genannten abstrakten Pflichtteilsberechtigten zählt. Dies sind in erster Linie die Abkömmlinge des Erblassers. Den Pflichtteil können also grundsätzlich Kinder und Enkel geltend machen. Der Abkömmling ist, bestimmt sich gemäß §§ 2303 Abs. 1 S. 1, 1589 Abs. 1 S. 1 BGB. Es sind also die Kinder, Enkel Urenkel usw.

Der Pflichtsanspruch besteht wertmäßig in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbrechts. Gemäß dem Repräsentationsprinzip sind nachfolgende Generationen von der Erbfolge ausgeschlossen, wenn eine vorhergehende Generation vorhanden ist. Dies ergibt sich aus § 1924 Abs. 2 BGB. Sind also Kinder vorhanden, schließen diese die gesetzliche Erbfolge der Enkel aus. Dies gilt dann auch für das Pflichtteilsrecht.

Enkel haben also nur dann einen Pflichtteilsanspruch, wenn wiederum die Eltern der Enkel (= Kinder des Erblassers) weggefallen sind. Ein Wegfall im erbrechtlichen Sinne kann entweder durch Vorversterben, Ausschlagung oder auch durch Entziehung des Pflichtteils vorliegen.

Jedenfalls schränkt § 2309 BGB die konkrete Pflichtteilsberechtigung des Enkels insoweit ein, als der nähere Abkömmling den Pflichtteil verlangen kann oder das ihm Hinterlassene annimmt. Dies gilt auch dann, wenn der nähere Abkömmling (Kinder des Erblassers) weniger annehmen, als der konkrete Pflichtteil ausmacht.

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