Kosten des Erbscheines
Unterscheide: staatlich erhobene Kosten und Kosten des Rechtsanwaltes / Notars

Erbschein Kosten

Bei den Kosten des Erbscheins ist zwischen den Kosten zu unterscheiden, welche durch die Staatskasse für die Erteilung oder Ablehnung eines Erbscheinantrages festgesetzt werden und den Kosten, welche für die Beratung durch einen Rechtsanwalt entstehen. Für die Erteilung eines Erbscheins fällt eine 1,0 Gebühr nach dem Kostenverzeichnis des GNotKG an. Zu beachten ist, dass für die Abnahme einer Versicherung an Eides statt, eine weitere volle Gebühr anfällt.

Praxishinweis I: Es empfiehlt sich allein aus diesen Kostengründen bei der Beantragung des Erbscheins unter Mitwirkung eines Rechtsanwaltes besonderes gründlich das Erbrecht darzustellen und sämtliche Informationen und Urkunden zu beschaffen, damit das Nachlassgericht ggf. nach § 2356 Abs. 2, S. 2 BGB auf die Abgabe der eidesstattlichen Versicherung verzichtet.

Als Grundlage der Kostenentscheidung muss, zunächst der Gegenstandswert (Geschäftswert) gebildet werden. Der Gegenstandswert wird aus dem reinen Nachlasswert gebildet. Abzugsfähig sind also insbesondere die Nachlassverbindlichkeiten.

Abzugsfähige Nachlassverbindlichkeiten sind:

  • Vermächtnis
  • Auflagen
  • Pflichtteilsansprüche / Dreißigster
  • Schuldrechtlicher Zugewinnausgleich
  • Kosten der Bestattung
  • Erblasserschulden
  • Hypotheken / Grundschulden in Höhe ihrer Valutierung

Ob auch eine anfallende Erbschaftsteuerschuld vom Nachlasswert abgezogen werden kann, ist strittig.

Praxishinweis II: Der mit der Antragstellung beauftragte Rechtsanwalt sollte auch bei der Mitteilung des Nachlasswertes darauf achten, dass möglichst alle abzugsfähigen Aufwendungen vom Mandanten beigebracht werden und bei der Ermittlung eines Grundstückswertes etwaige wertmindernde Aspekte, wie Lage, Zuschnitt und Bebaubarkeit, bei der Wertermittlung die das Nachlassgericht vornimmt, ausreichend Berücksichtung finden.

Praxishinweis III: Der mit der Beurkundung eines Erbscheinsantrages befasste Notar hat den Antragsteller zu befragen, für welche Zwecke er den Erbschein benötigt. Stellt sich dabei heraus, dass er diesen nur für die Berichtigung des Grundbuches benötigt und liegt ein notarielles Testament vor, so hat der Notar den Antragsteller darüber zu belehren, dass es kostengünstiger wäre, lediglich das vorhandene Testament zu eröffnen und eine Niederschrift über die Eröffnung vorzunehmen, damit diese dann dem Grundbuchamt zusammen mit einer Abschrift des Testaments zur Grundbuchberichtigung vorgelegt werden kann.

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